2008-10-15 Schule ohne Homophobie - NRW-weites Schulprojekt bietet Aufklärungsprogramme
Das Netzwerk schwul-lesbischer Aufklärung (SchLAu NRW) und die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW starten am 15. Oktober in Kooperation mit "Rosa Strippe" e.V. und OB Dr. Ottilie Scholz als Schirmherrin in Bochum das NRW-weite Projekt "Schule ohne Homophobie - Schule der Vielfalt" mit einer frei geschalteten Internetpräsenz.
Was wäre, wenn es im Schulalltag ganz normal wäre, dass Sven Jan vor dem Eingang zur Schule noch einen Kuss gibt oder die Biologielehrerin ihre Freundin zum Schulfest mitbringt? Mit diesen und ähnlichen Fragen zur sexuellen Orientierung setzt sich die Kampagne "Schule ohne Homophobie - Schule der Vielfalt" dafür ein, dass an Schulen in NRW mehr gegen Homophobie (Angst vorm Lesbisch-/Schwulsein) und mehr für die Akzeptanz von unterschiedlichen Lebensweisen getan wird. Stattdessen, so die Initiator/Innen, sei "schwul" aber ein Schimpfwort, und Lesben würden vor allem unter sexuellen Aspekten wahrgenommen. "Insgesamt gibt es ein Klima an den meisten Schulen, das von Unwissen, Ängsten, Vorurteilen und feindlichen Haltungen gegenüber Homosexualität geprägt ist. Das meint der Ausdruck ,Homophobie.' Durch das Schulprojekt können sich Schülerinnen, Schüler und Lehrer/Innen nun für ihre ,Schule der Vielfalt' einsetzen, so der Bochumer Projektmitarbeiter bei der "Rosa Strippe" Markus Chmielorz.
Das Schulprojekt soll Anregungen für die Praxis geben: Was können Lehrer/Innen an Schulen tun, damit "Homosexualität" ohne Diskriminierung innerhalb der Schulgemeinschaft wahrgenommen und als Bereicherung erlebt wird? Die Homepage www.schule-der-vielfalt.de bietet hierfür verschiedenste, praxisnahe Unterrichtsmaterialien, Ideen für Projektstunden sowie eine eigens erstellte Suchmaschine mit großer Auswahl themenspezifischer Filme und Literatur. Wer das Aufklärungsteam von SchLAu Bochum (oder andere lokale
Projekte) in den Unterricht einladen möchte, kann ebenfalls alle Informationen zur Anmeldung online erhalten.
Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz übernimmt Schirmherrschaft
Aus großer Überzeugung hat die Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum, Dr. Ottilie Scholz, die Schirmherrschaft für "Schule ohne Homophobie - Schule der Vielfalt" in Bochum übernommen. Sie unterstützt das Projekt nachdrücklich: Für heranwachsende junge Menschen in der Pubertät verändere sich das Leben von Grund auf. Alles erscheine komplizierter als vorher, Denk- und Urteilsvermögen kollidierten mit einer plötzlich fremdartigen Gefühlswelt. Wenn diese sich hinsichtlich der sich entwickelnden Sexualität dann auch noch zum eigenen Geschlecht hin orientiere, beginne für viele eine schwierige und belastende Zeit. Mehr noch: Aufgewachsen mit traditionellen Moralvorstellungen könne und dürfe nicht sein, was dennoch so ist! Ottilie Scholz: "Ich bin dankbar, dass sich die Bochumer 'Rosa Strippe' verstärkt dem Thema 'Homophobie' in unseren Schulen widmen wird, um hier frühzeitig Hilfestellung zu geben."
Schulen, die sich am Projekt beteiligen wollen, können sich online bei der Initiative "Schule ohne Homophobie - Schule der Vielfalt" anmelden. Sie erhalten dann einen Aufkleber und weitere Öffentlichkeitsmaterialien, mit denen sie ihre Teilnahme am Projekt in der Schule sichtbar machen und so einen ersten Schritt zur Sensibilisierung tun können. Die Dokumentation von Aktivitäten an der jeweiligen Schule soll eine Evaluation des Projektes ermöglichen und kann anderen Schulen wertvolle Anregungen geben.
SchLAu NRW ist das Netzwerk von 15 lokalen Projekten, die durch "peer-education" schwul-lesbische Aufklärungsarbeit nicht nur für Jugendliche leisten. Die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW ist eine vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration geförderte Fachstelle zum Thema Diskriminierung und Gewalt gegen Lesben, Schwule und Transgender.
Mark Rabe
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Rosa Strippe e.V.
Psychosoziale Beratungsstelle für Lesben, Schwule und deren Familien Anerkannter Träger der freien Jugendhilfe nach §75 KJHG Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, im Schwulen Netzwerk NRW e.V., in der LAG Lesben NRW und bei SchLAu NRW
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44787 Bochum
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